12.02.2011Am 12. Februar 1986 begannen hier in SALEM-Höchheim die ersten arbeitstherapeutischen Maßnahmen für fünf Bewohner. Heute betreuen fünf Arbeiterzieher zwischen 30 und 35 Bewohner.

In SALEM-Höchheim leben Menschen, die nicht mehr zur Schule gehen aber nicht extern ausgebildet oder beschäftigt werden können. Dementsprechend werden arbeitstherapeutische Angebote benötigt.
Die Arbeitstherapie erfolgt heute durch unsere Bio-Gärtnerei, in der Bio-Landwirtschaft und bei Waldarbeiten, in der Schreinerei, sowie im internen hauswirtschaftlichen Bereich und im Bereich Hausmeister/Heimgeländepflege.

Es war ein weiter und manchmal beschwerlicher Weg von der erstmaligen Beschäftigung einzelner Bewohner vor 25 Jahren bis zum heutigen Stand.
1986 waren es fünf Bewohner, die von einer Mitarbeiterin betreut wurden. Strukturen, Grundsätze und Ziele mussten entwickelt und festgelegt werden. Zunächst gab es kaum Aufträge und im Winter war auch in der Gärtnerei nichts zu tun. So wurde Schnee geschippt, der gerade in jenem Winter sehr üppig gefallen war.

Schreinerei
Zur Gärtnerei kam dann die Schreinerei hinzu, in der erst Ausbesserungsarbeiten gemacht wurden. Bald konnten aber auch Kleinmöbel und Nistkästen gebaut werden. Heute nimmt der Bau verschiedener Nistkästen einen großen Teil der Fertigung in der Schreinerei ein. Viele Tier- und Naturschützer sind mittlerweile Kunden unserer Arbeitstherapie.

Montagearbeiten
Einige Jahre später kamen zur Gärtnerei und Schreinerei Aufträge für Montagearbeiten dazu. Die Montagegruppe ist heute eine feste Institution unserer Arbeitstherapie. Hier können die Bewohner in kleinen, einfachen Schritten gemeinsam Teile zusammenbauen.

Waldarbeiten
Als vor fünf Jahren die Ölheizung durch eine Holzhäckselheizung ersetzt wurde, ergab sich ein neuer Bereich für die Arbeitstherapie. Drei bis vier Monate im Jahr ist die Waldgruppe unterwegs, um Brennstoff für die Heizung zu gewinnen. In Absprache mit dem zuständigen Forstamt wird beispielsweise vom Borkenkäfer befallenes Holz geschlagen oder Wege werden von Unterholz gesäubert.

Erfolge
Viele junge Menschen kamen im Lauf der Jahre in die Arbeitstherapie, die große Schwierigkeiten hatten, sich in einen Arbeitsprozess einzufügen. Anfangs sahen die Arbeitserzieher schon einen Erfolg, wenn diese Klienten täglich zur Arbeit kamen. Ein nächster Schritt war die Pünktlichkeit, dann die Ausdauer …
Es war ein langer Weg, bis die jungen Menschen in einen Arbeitsprozess eingegliedert werden konnten. Viele waren später in der Lage, einen Beruf zu erlernen oder zumindest eine Hilfstätigkeit aufzunehmen.
Es werden aber auch Menschen in der Arbeitstherapie beschäftigt, die aufgrund ihrer geistigen oder seelischen Behinderung nicht in der Lage sind, einer Arbeit oder einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen nachzukommen. Sie finden in unserer Arbeitstherapie eine sinnvolle Betätigung und fühlen sich als geschätzte und gebrauchte Mitarbeiter.
So haben in den letzten 25 Jahren viele junge Menschen durch unsere Arbeitstherapie die Grundlagen für ein regelmäßiges Arbeiten gelernt und konnten ihren (beruflichen) Weg gehen.

Zukunftspläne
Schreinerei und Montagegruppe sind in Gebäuden untergebracht, die inzwischen älter als 25 Jahre sind. Die beiden Häuser standen vorher schon als Unterkünfte für Wohnungslose in Stuttgart. Die Gebäude sind in vielerlei Hinsicht nicht mehr zweckmäßig. Hinzu kommt, dass die Isolierung sehr gering ist, dadurch viel Energie verloren geht. Wir wollen deshalb nach so langer Zeit ein neues Gebäude errichten, das besser für die heutigen Anforderungen geeignet ist und Niedrigenergiestandards einhält. Die Finanzierung ist nicht ganz einfach, denn es gibt kaum Zuschüsse für ein solches Projekt. Wir hoffen auf Spender und Sponsoren, die mit uns den Grundstein legen für mindestens 25 weitere Jahre erfolgreiche Arbeitstherapie.



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